20. August

Heute vom Arzt gekommen. Verdacht auf Bänderanriß – zumindest aber Überdehnung. Schiet auch. Drei Wochen Fuß hoch und brav kühlen und Ibu bis zum Erbrechen, so daß die Entzündung geht.

Hätte wohl früher zum Arzt gehen sollen .

Heute dann noch zum MRT. Mal schauen, was die mehr sehen.

Und trotzdem: so einen Urlaub mach ich irgendwann wieder, nur dann mit gemächlichem Wandern und leichterem Gepäck.

Aktuelles und mehr findest Du unter oliverjulian.de

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18. August

Hier bin ich noch voll in Lieferschuld.

Wir sind am 18. August heil um 15:35 Uhr in Berlin Tegel unseren beiden Liebsten in die Arme gefallen.

Bis dahin hatten wir eine nicht so erholsame Zugfahrt und einen Flug, bei dem ich das erste Mal in einem Flieger eingeschlafen bin.

Und Ja, wir mußten in Arlanda Lizenzgebühren dafür bezahlen den Bahnhof verlassen zu dürfen. Waren aber nur 120 SKR – rund 12 Euro, da Anton erst ab nächstes Jahr dran ist.

Das ist ganz kurz alles.

Wie gesagt: für diesen ersten all dieser Tage muß ich etwas nachliefern.

17. August – Fernweh adé

Letze Stunden in Kiruna. 8 Uhr aufgestanden, gefrühstückt und gepackt und umgepackt und wieder gepackt. Abwaschen, Müll rausbringen. Fertig. 11 Uhr haben wir unser Dach über dem Kopf aufgegeben. Nun heißt es warten. Es regnet mal wieder. Mit einer Gefriertasche könnten wir ja was vom Regen einfrieren und mitbringen. Uns fehlt es an der Tasche.

Na gut. Wir stiefelten besonders langsam zur Touristen- Information und dürfen unser Gepäck unterstellen.

Was nun tun? Wir schauen in unsere schwedische Münzsammlung und beschließen uns in Cafe zu setzen. Für einen heißen Kakao, eine Schnecke und einen Kaffee reicht es locker.

Wie fast überall gibt es auch hier WLAN, was wir schamlos ausnutzen.

Unser Zug geht 15:05 Uhr. Wir haben viel Zeit. Der Bahnhof liegt 3 km außerhalb Kirunas. Er wurde voriges Jahr verlegt.

Wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt. Und wir fanden auch noch das Grab vom Gründer der Stadt, welcher sich am Rande der Kirche bestatten lassen wollte.

Dann nahmen wir Abschied vom Rathaus, was dem Stadttransfer zum Opfer fallen wird und von der alten Feuerwache.

Was recht traurig war, war die Ankunft vom Bus aus Nikkaluokta. – Diesen hätten wir genommen, wenn ich mir den Fuß nicht verstaucht hätte…

Ach ja. Die Rakete nicht zu vergessen. Die europäische Raumfahrtagentur ESA ist ja auch hier in der Nähe und in Verbindung mit Virgin wird geforscht und auch am Weltraumtourismus gearbeitet.

Na. Nun geht es aber wirklich mal zum Bahnhof… Der Weg ist ausgeschildert nachdem voriges Jahr der Bahnhof umgezogen ist, aber der alte Bahnhof noch bei Google Maps verzeichnet war und so einige ihren Zug verpaßten, weil gar kein Bahnhof mehr da war 😵

Und nun galt es bloß noch zu warten mit all den anderen Rucksacklern.

…und der Zug fuhr nahezu pünktlich ab.

Und während der Zug so fuhr und ich Ludovico Einaudi hörte und aus dem Fenster schaute, kamen mir echt die Tränen. Das war etwas zu viel…

In Boden C wurde der Zug geteilt. Ein Teil nach Luleå, ein Teil nach Stockholm. Wir hatten den richtigen Teil erwischt und ein Boardbistro ist auch wieder dran mit Coffee open end, wenn man denn einen einzigen Kaffee gekauft hat <hurra>.

Auf Frage beim Schaffner, ob der Zug auch in Stockholm Arlanda hält, bekamen wir die Auskunft, daß der Zug zwar hält, aber nur, wenn man ein Ticket bis dorthin gekauft hat. Man könne aber dort trotzdem aussteigen, muß jedoch beim Verlassen des Bahnhofs eine Lizenzgebühr bezahlen, weil der Bahnhof einem privaten Betreiber gehört. – Zur Info: Stockholm Arlanda ist Stockholms großer Flughafen – vergleichbar mit Schönefeld in Berlin und ebenso abseits gelegen. Pro Nase werden wohl 18 SKR fällig (etwa 1,80 EUR).

Und wie es so ist…

…sie dauert lang, die Fahrt, und es ziiiiiieht sich…

16. August – Kiruna again, nur von unten

7 Grad waren es die Nacht. Geregnet hat es. Wir haben es warm und ein Dach über dem Kopf.

Nach meinem Aufstehen habe ich mich nochmal rangemacht und mit meiner Arbeit telefoniert. Irgendwie muß ich Montag mit meinem Knöchel zum Arzt, wenn ich wieder in Deutschland bin – hilft ja alles nichts. Es zieht hoch bis ins Knie. Das Schwimmen gestern hat nicht wirklich geholfen. Der Knöchelwulst schaut immer über den Rand meiner in Narvik gekauften Schuhe und die Wanderschuhe tun einfach nur weh. Hoffentlich bleibt es bei der Diagnose Verstaucht.

Na was solls. In die Erzmine geht es mit dem Bus – ist wohl nicht viel mit laufen – kann ja nicht nur hier rumsitzen mit Anton.

Wir frühstücken.

Nun geht es mit Helm, Sicherheitsweste und Staubmaske in den Berg. Natürlich im Reisebus. Abfahrt ab Tourismus-Information. Wir fahren etwa über 5 km immer abwärts in den Berg hinunter. Das ist schon spektakulär. Der Tunnel ist auch nur auf den ersten zwei, drei, vierhundert Meter beleuchtet. Ansonsten ist es 100% dunkel. Pro Kilometer geht es um die 100m nach unten bis auf etwas über 500m Tiefe. Dort haben wir eine englischsprachige Führung mit einer Gruppe aus etwa 25 Leutchen (im Bus waren 50). Und wir bekommen tatsächlich viel mit von dem Erzählten – ganz anders wie erwartet, war der Frau gut zu folgen.

Auch das Kino hier in über 500m unter Tage war super. Hier war es aber schon spezieller mit der Selbstdarstellung der LKAB und dem Englisch.

Zwischendurch hatten wir auch noch eine kleine Kaffeepause mit Keksen.

Gut 20 Minuten hatten wir dann noch Zeit für ein Untertagemuseum mit historischen Details. Hier gab es viele Übersetzungen ins Deutsche. Das war prima.

Das ganze ist sehr interessant und spektakulär gewesen. Wir haben viel erfahren. – Natürlich ist das auch alles nur eine Eigenpräsentation der LKAB und das Negative dahinter erfährt man nicht, aber es gewährt zumindestens einen Einblick zu allem in und um das Eisenerzbergwerk.

So sind die großen roten und gelben Hochhäuser in Kiruna zwar Wohnhäuser, aber auch Fahrstuhlschächte für die über 1000 Meter tiefe Mine…

Dann haben wir unser Kleingeld zusammengekratzt und haben die thailändische Küche in Kiruna kennengelernt.

Die Nummer B in Berlin von meinem Arbeitsessensversorger ist hier die Nummer 10… – mußte ich einfach mal sagen. Langsam fühl ich mich dann doch schon wieder wie in Berlin 🙂

Nun geht es gemächlich wieder zurück ins Hostel. Der Rommé -König muß bald wieder gekührt werden. Und Skype mit der Familie ist zu 18 Uhr geplant und uns wichtig.

Die Chips waren dann alle <Panik brach aus>. Gegen 21 Uhr waren wir nochmal bei Antons Lieblings-Supermarkt.


Hiernach war der Abend gerettet. Wir hörten noch den Anfang von unserem Hörspiel (Puppenmord) und glitten dann langsam in den Schlaf.

15. August – Kiruna

Heute mal richtig ausgeschlafen. Draußen in der Pampa habe ich ja noch immer ein Lauscheohr nach draußen gehabt. Diese Nacht brauchte ich es nicht.

Wir schliefen heute bis 10 Uhr, dann gab es Frühstück – toastbrotweiches Schwarzbrot mit Blaubeermarmelade und Pfeffitee bzw. Kaffee.

Anschließend ging es in die Schwimmhalle. So hoch im Norden schon was besonderes.

Anton stellte im Schwimmbad mit Bestürzung fest, daß seine gestern 70% reduzierte Badehose in S ihm selbst mit Hosenträger rutscht.

Also bin ich ins Bad und er wieder raus zu Intersport sie umtauschen. – Hätte er die gestern bloß mal anprobiert…

Das Bad hatte zwei Sportbecken, jeweils einen 1 und 3-Meter-Turm, ein Kleinkindbecken, Sauna, Rutsche und Whirlpool. Nördlicher gehts, glaube ich, nicht in Schweden ins Schwimmbad.

Hier, im Schwimmbad waren wir gut 3 Stunden. Dann wurde mir kalt. Außerdem reichte es dann auch wirklich. Ob es meinem verstauchten Fuß guttat, müssen wir sehen. Der Knöchel ist nicht wirklich dünner und das belastende Auftreten geht nach wie vor nur mit Schmerzen.

Da das Baden immer hungrig macht, sind wir in ein kleines Kaffee rein, was gestern geschlossen hatte und verspeisten jeder einen Veggiburger mit Salat. – Ich glaub mein allererster Veggiburger überhaupt. – Und er war sogar eßbar.

Hiernach buchten wir dann, wie wir es sowieso wollten für den letzten Tag in Kiruna, eine Minentour. Einmal oder zweimal im Monat gibt es sie mit deutschem Guide – wir haben wohl Pech. Da müssen wir wohl unser Englisch aufpeppen. – Wir sind schon voll gespannt auf die größte Eisenerzmine Europas.

Nun gehts ans Kochen. Die Wanderertütenmahlzeiten müssen noch vernichtet werden und Rommé ist ja auch noch dran – eine Revanche steht noch aus.

14. August – Kiruna

Heute früh um 8 Uhr raus, dann Frühstück in Form von Beef Stroganoff und einen Tee konsumiert.

Unsere Gaskartusche war nun alle. War eine Big von Primus in Rot (Sommergas). Recht interessanter Verbrauchswert.

Dann ging es um 9 Uhr ans Packen. Erst die Rucksäcke, dann das doch noch recht feuchte Zelt.

Gegen 10:30 Uhr brachen wir dann gemächlich auf und waren dann kurz vor 12 an der Straße. Mit dem angestauchten Fuß spürte ich jeden Schritt.

Der Weg oder wie man es auch nennen mag, war trockener wie bei unserer Ankunft. Moorig, wie der Untergrund war, wippte und federte aber teilweise der ganze Weg.

Immerhin behielt ich meine trockenen Socken. Das Wasser, was auf dem Hinweg den Weg überschwemmte, war zurückgegangen und nicht jeder Tritt führe in Nässe.

Nach einer halben Stunde vergeblichen Fingerausstreckens kam der Bus – und: er hielt für uns auf freier Strecke.

Nächste Station Kiruna Busplatz.

Wir stolperten langsam und gemächlich durch Kiruna, gönnten uns etwas leckeres.

Und wir versuchten vor dem Zeltplatz unser Glück im Yellow House – eine Art Hostel bzw. Vandererheim.

Und es hat geklappt mit der Reservierung vom Vortag. – Das war auch so eine Geschichte… Egal. Es hat geklappt.

Die Bewertungen bei Google sollte man aber vorher gelesen haben, um zu wissen, was einen erwartet. Das ist schon ganz speziell, aber es ist eben auch Lowest Budget.

Fakt ist: es ist beheizt und trocken und es gibt Strom und wir haben ein Viermannzimmer für uns alleine.

Dann ging es zum Sightseeing und Fenstergucken und zum ICA einkaufen fürs Frühstück.

Wir sind in unserer Planung für morgen übereingekommen, daß wir in die Schwimmhalle gehen werden. Sieht nicht danach aus, aber es ist eine Schwimmhalle. Eine große sogar. Und Vuxen haben von 11 bis 15 Uhr freien Eintritt. Mein kleiner Vuxen – da freut er sich.

Wir hatten uns auch im LKBA-Besucherzentrum angeschaut, wie Kiruna umziehen wird. Es ist schon spektakulär, wie die halbe Stadt abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden wird.

Die LKBA ist eine staatliche Gesellschaft, die den Berg hier abträgt, um an das Eisenerz zu kommen, von dem Europa zu 80% profitiert. Die LKBA macht hier alles. Sie baute die alte Stabkirche, baute Schwimmbad und Häuser und Kultureinrichtungen. So gut wie überall taucht der Schriftzug auf. Vermutlich gehört denen auch fast das ganze Land dazu im riesigen Umkreis.

Kiruna ist prinzipiell der LKBA wegen zum Haus, zur Siedlung und dann zur Stadt geworden. Kiruna ist etwas mehr als 100 Jahre alt und hat 18000 Einwohner. Und unter Kiruna liegt in 1300m Tiefe Eisenerz – sogenanntes Magnetit mit 60-70% Eisengehalt. Erst fing man einen Berg an abzutragen, dann ging es tiefer und tiefer. Die Erzader geht schräg runter unter die halbe Stadt und diese beginnt nun zu rutschen. Das ist der Grund, warum die Stadt mal schnell umzieht zu einer anderen Stelle.

Das Eisenerz wird dann größtenteils als Pellets über die Malmbahn bzw. Ofotenbahn nach Narvik gebracht und verschifft.

Narvik selber hat einen eisfreien Hafen und ist mit dem Erz auch erst zu Wachstum gelangt, obwohl es schon wesentlich älter ist.

Der andere Teil des Erzes geht nach Lulea. Dort gibt ebenso einen (wenn auch nicht eisfreien) Hafen.

Der weitere Abend ist durch ein Rühreiabendbrot und Rommé gekennzeichnet – und durch mich, den Blogschreiber beim Schreiben.

13. August – Erfolgreiches Wäschetrocknen.

Bin um 4 Uhr aufgestanden. Die Sonne kam raus. Also Wäsche aufhängen. Dann wieder Regen und Wäsche abnehme usw. usf.

Anton mümmelte noch bis 10 Uhr. Es brauchte etwas ihn zu motivieren. Wir aßen unseren Rest vom Brot mit dem Rest vom Käse, was wir noch in Narvik gekauft hatten. Dazu gab es eine Brühe. Alles ganz gut passend zum letzten Tag mit 6 Grad Außentempratur hier am Fluß.

Dann habe ich uns Klammern geschnitzt. Die Schön/Nichtschön-Wetterperioden wurden besser. Die Sonne ließ sich bis in den Mittag öfter sehen und so konnten wir trocknen, was das Zeug hielt.

Und zwischendurch habe ich immer wieder die Angel reingehalten. Am Nachmittag war dann eine zweite, aber kleinere Äsche am Haken. Davon haben wir mit unserer Bio-Instand-Brühe und Kuko-Reis, nach dem Filetieren, ein Süppchen gekocht. Und es hat sogar geschmeckt.

Morgen komme was wolle, gehts nach Kiruna. Alleine schon des Akkus wegen. Wir schauen mal nach Hostel Yellow House oder dem Camp Ripan.

Sorry. Schluß leider jetzt, ich reich noch was nach. Der Akku….

Nachtrag: Anton hat selber auch noch eine Äsche gefangen. Leider ist sie beim Abhaken entfläucht.

Wir haben noch bis gegen 23 Uhr am Feuer gesessen. Dann wurde es doch zu kalt. Vorher gab es aber noch zwei Öl-Bier – die waren gut versteckt am Wasser…

Gute Nacht – wer immer das liest.